Mathematik ist überall: beim Einkaufen, beim Kochen, beim Planen. Doch vielen Kindern fällt es schwer, grundlegende Zahlvorstellungen zu entwickeln – dabei sind
diese eine wichtige Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln im Alltag.
Das Projekt „MatheFest“ der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe setzt hier an.
Ziel ist es, mathematische Basiskompetenzen von der Kita bis zur sechsten Klasse
nachhaltig zu stärken und so die Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
Kinder mit Rechenschwierigkeiten werden gezielt unterstützt und in ihren Mathematik-Kompetenzen gestärkt. Zudem wird die Ebene der Multiplikator:innen in den Blick genommen: Lehramtsstudierende und pädagogisches Fachpersonal werden praxisnah qualifiziert. Drittens entwickelt „Mathe Fest“ diagnostische Instrumente zur Mathematik-Kompetenz, die dann in passende, auf die Kinder zugeschnittene Spiel und Förderformate münden.
In der Karlsruher „MatheWerkstatt“ für den Elementarbereich und die erste Klasse geht es vor allem um spielerisches Lernen und den Erwerb von Mathematik-Basis kompetenzen für Kinder mit und ohne Unterstützungsbedarf. So werden z. B. Kastanien in Bechern geordnet und damit Mengen miteinander verglichen.
Beim Karlsruher „MatheClub“ für die Klassen eins bis sechs werden in kleinen Gruppen gezielt diejenigen Kinder gefördert, die Schwierigkeiten beim Aufbau von Zahlvorstellungen haben. Die Kinder zerlegen z. B. Zahlen in Teilmengen und verbinden dazu Bilder und Ziffern.
Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe begleiten die Kinder und erwerben so Kompetenzen im Umgang mit Rechenschwierigkeiten. Lehr und Fachkräfte hospitieren bei den Förderstunden und reflektieren gemeinsam mit den Studierenden die Beobachtungen, um passende Lernformate auszuwählen.
Im ersten Projektjahr wurden 115 Kinder gefördert, 79 Studierende und zwölf Fach und Lehrkräfte qualifiziert. Für die Diagnostik stehen zwei Instrumente bereit: spielbegleitende Beobachtungsbögen im Elementarbereich und eine softwaregestützte Diagnose-App für die Primarstufe.
Bis 2028 sollen in der Region rund 80 Fördergruppen in Kitas und Grundschulen aufgebaut werden. So entsteht ein Netzwerk, das Kindern einen positiven Zugang zur Mathematik ermöglicht und Lehrkräfte sowie Studierende praxisnah weiter bildet. „Mathe Fest“ zeigt: Wenn Kinder, Studierende und Lehrkräfte gemeinsam lernen, entsteht nachhaltige Wirkung – für mehr Chancengerechtigkeit und Freude an Mathematik.



