Kann ein Roboter schnippen?
Genau dieser scheinbar spielerischen Frage geht das Projekt SNAP nach. Dahinter steckt ein ernsthaftes technisches Problem: Viele Industrieroboter arbeiten äußerst präzise, stoßen aber an Grenzen, wenn Objekte besonders schnell, impulsartig oder dynamisch bewegt werden sollen. Solche Aufgaben übernehmen heute oft spezialisierte Maschinen.
SNAP untersucht, ob sich das Prinzip des menschlichen Schnippens auf Robotersysteme übertragen lässt. Dazu verformt ein Roboter ein elastisches Werkzeug und speichert darin Energie. Wird diese Energie kontrolliert freigesetzt, entsteht ein kurzer, kräftiger Impuls, der Objekte beschleunigen, umlenken oder sortieren kann. Mit Hilfe von Kameras, Sensoren und künstlicher Intelligenz erforscht das Team, wie sich solche Bewegungen präzise planen und wiederholen lassen. Dafür werden dynamische Modelle mit maschinellem Lernen und Reinforcement Learning kombiniert.
Statt Objekte ausschließlich zu greifen und zu bewegen, könnten Roboter künftig gezielt impulsartige Bewegungen nutzen. Langfristig könnte dies neue Möglichkeiten für hochdynamische Sortier-, Transfer- und Handhabungsprozesse schaffen und ein bislang kaum erforschtes Feld der Robotik erschließen.
Institut für Robotik und Autonome Systeme




