Die zweite Zukunft des CO₂: Wie Forschung Emissionen in Wertschöpfung verwandelt

Wie wird aus einem der größten Klimaprobleme ein Teil der Lösung? Zwei neu geförderte Projekte der Vector Stiftung zeigen eindrucksvoll: CO₂ ist nicht nur Emission, sondern auch Ressource.

Im Rahmen der Ausschreibung „Forschung für den Klimaschutz“ fördert die Vector Stiftung innovative Ansätze, die CO₂ aktiv aus der Atmosphäre entfernen und nutzbar machen. Ziel ist es, skalierbare Technologien zu entwickeln, die messbar zur Erreichung der Klimaziele beitragen.

CO₂ als Rohstoff: Vom Abgasstrom zum Wertstoff

Das Projekt HYPHIRE (Universität Ulm) setzt genau hier an: Statt CO₂ einfach nur zu speichern, wird es in chemische Grundstoffe umgewandelt. Eine neuartige Elektrodenarchitektur soll CO₂ aus verdünnten Quellen effizient einfangen und direkt in wertvolle Produkte wie Ethylen oder Ethanol überführen.

Der Clou: Durch die Integration von CO₂-Abscheidung und -Umwandlung in einem System wird der energieaufwendige Zwischenschritt der Gasaufbereitung überflüssig – ein möglicher Gamechanger für industrielle Anwendungen. Gleichzeitig entsteht ein PFAS-freier Ansatz, der auch ökologische Anforderungen adressiert.

Vom Emittenten zur Senke: Klimaschutz im Bauwesen neu gedacht

Mit dem Projekt Atmosphere to Architecture (Universität Stuttgart) wird CO₂ sogar direkt in Bauwerke integriert. Durch die Kopplung von Direct Air Capture und gezielter Karbonatisierung werden Betonbauteile zu aktiven Kohlenstoffsenken.

Was bisher Jahrzehnte dauert, soll künftig in einem industriellen Prozess innerhalb von 24 Stunden möglich sein, inklusive messbarer Effizienzsteigerung und verbesserter Materialeigenschaften.

Damit adressiert das Projekt eine der größten Herausforderungen der Bauindustrie: die hohen, schwer vermeidbaren CO₂-Emissionen bei der Zementproduktion.

Technologische Exzellenz trifft gesellschaftliche Relevanz

Beide Projekte stehen exemplarisch für den Förderansatz der Vector Stiftung:

  • innovativ und interdisziplinär,
  • quantifizierbar klimawirksam,
  • und mit klarer Perspektive für Skalierung und Anwendung.

Sie zeigen, wie aus wissenschaftlicher Exzellenz Lösungen entstehen, die über das Labor hinaus wirken.

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